Gerade in Zeiten der Rezession führt die stagnierende Inlandsnachfrage zu einem "Nullsummenspiel" im Einzelhandel: Im wesentlichen konstante Gesamtumsätze sorgen dafür, dass jedem/r GewinnerIn eine große Anzahl von VerliererInnen gegenüber stehen. Eine Politik, die den unkontrollierten Wildwuchs am Stadtrand nicht nur toleriert, sondern durch den Bau neuer Straßen sogar noch fördert, die Klein- und Mittelbetriebe in Konkurrenz gegen große Handelskonzerne dem "freien" Spiel der Marktkräfte überlässt, macht sich zum Totengräber der innerstädtischen Nahversorgung.
Eine aktive und umsichtige Politik zur Erhaltung und Sicherung der Nahversorgung im (inner)städtischen Bereich wird sich nicht auf monetäre Förderungsprogramme beschränken können. Die Erhaltung und Schaffung einer funktionierenden Nahversorgung muss als Querschnittsmaterie gedacht und über verschiedene Politikbereiche beeinflusst werden.
Die Wiener Grünen und die Grüne Wirtschaft stehen für
- Die Erhaltung des Lebensumfeldes Stadt als sozialer Raum, in dem Menschen gleichberechtigt nebeneinander wirtschaften, arbeiten und leben. Ein zentrales öffentliches Gut bildet in diesem Kontext eine funktionierende Nahversorgung.
- Die Sicherung und Schaffung von kleinräumigen, dezentralen Wirtschaftsstrukturen sowie gezielte politische Interventionen zur Erhaltung der für eine pluralistische, funktionierende Nahversorgung wichtigen klein- und mittelständischen Strukturen.
- Den Ausgleich von sozialen und räumlichen Ungleichheiten im Zugang zur Nahversorgung, insbesondere für benachteiligte Bevölkerungsgruppen
- Positiv-Summen-Spiele anstatt für die Nahversorgung ruinösem Standortwettbewerb zwischen Wien und Umland
Die Wiener Landeskonferenz hat am 10. November 2003 ein Positionspapier zur Nahversorgung (pdf, 152.11 KB) beschlossen.