Dafür ist gerade Bewusstseinsbildung sehr wichtig. Kritische Medien gibt es wenige, der Großteil der Presse, des Fernsehens und der Radios gehören der putschfreundlichen Elite des Landes. Ein Projekt der Widerstandsfront ist es, einen kritischen Radiosender mit nationaler Reichweite aufzubauen. Radios sind besonders geeignet, da sie alle Bevölkerungsschichten erreichen - auch ärmere Menschen, die oft nicht lesen können oder keinen Fernseher besitzen. Mit der Veranstaltung unterstützen wir dieses Projekt und wollen über die derzeitige Situation in Honduras aus Sicht der Widerstandsfront informieren.
Der Benefiz-Abend ist ein Kooperationsprojekt des Vereins ALBA-Austria, IGLA, FIAN, Südwind und der Grünen Bildungswerkstatt Wien.
Programm des Abends:
19:30 Kurzfilm „Widerstand in Honduras“
Dieser 20-minütige informative Film wurde im November von der Widerstandsbewegung gedreht.
Im Anschluss an den Kurzfilm gibt es Diskussion mit Bertha Oliva und Jesús Garza über die aktuelle Situation und die Menschenrechtslage in Honduras.
Bertha Oliva: Gründerin und Leiterin des „Komitee der Familienangehörigen von Verschwundenen und Verhafteten in Honduras“ COFADEH. 1981 wurde Bertha Olivas Ehemann gewaltsam entführt und ist seither spurlos verschwunden. 1982 gründete sie COFADEH und engagiert sich seither für die Aufklärung der Verbrechen während der Militärherrschaft in Honduras. COFADEH gehört heute zu den angesehensten unabhängigen Menschenrechtsorganisationen in Honduras. Nach dem Militärputsch nahm die Organisation eine sehr wichtige Rolle in der Dokumentation und Weiterleitung der Fälle ein. Bertha Oliva engagiert sich außerdem seit Jahren in den Bündnissen sozialer Bewegungen, zuletzt vor dem Putsch im Bloque Popular und jetzt in der Widerstandsfront FNRP.
Jesús Garza: Koordinator von CHAAC (Coalición Hondureña de Acción Ciudadana), einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk, langjähriger Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation FIAN und Aktivist in der Widerstandsfront. Er verfasste mehrere Arbeiten über Menschenrechte, Freihandelsabkommen und das Assoziierungsabkommen zwischen EU und Zentralamerika, bei welchem er als zivilgesellschaftlicher Vertreter an allen Verhandlungsrunden teilnahm.
21:00 Benefiz-Konzert
Im Anschluss an die Diskussionsveranstaltung spielen die Bands Laut:Los (Geige, Akkordeon), Kinky Natalie (Funk, Soul) sowie die DJs Dizzy Dee (Monkey Madness, Mischgeschick) und DJ Kid Kut (Dusty Crates). Der Reinerlös geht an ein Projekt der Widerstansfront zum Aufbau eines kritischen Radiosenders.
Eintritt: 5 €
Flyer_Benefiz_Honduras.pdf (752.21 KB)
Dokumentation der Veranstaltung am 06.03.2010:
Artikel des GBW Wien Redaktionsteams zur aktuellen Lage in Honduras:
Von Sonntagen, Schlafanzügen und Staatsstreichen
Interview: Die Menschenrechtslage in Honduras