Grüne Bildungswerkstatt Wien

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Bildungsangebote - Herbst/Frühlingsakademie - Herbstakademie 2006 / 21.09.2006 / Redaktion

Arbeitsgruppen


Fragen, Diskutieren, Nachdenken und Reflektieren zu ausgewählten Themen rund um Gleichheit. Das passiert in den Arbeitsgruppen.

1. Geschlecht: Frau gleich Mann

Bericht über diese Arbeitsgruppe: Frau gleich Mann. Über Feminismen und Machismen

ModeratorInnen: Marietta Schneider, Rainer Tomassovits
Impulsgeberinnen: Luise F. Pusch, Marietta Schneider

Frauen und Männer sind gleich - endlich! Männer und Frauen sind verschieden - Göttin sei Dank! Die Frage der Beziehung von Frauen und Männern ist eine politische Frage. Sie wird gesellschaftlich ständig neu verhandelt. Fortschritte in der Gleichbehandlung und das wachsende Bewusstsein für strukturelle Ungleichheit, wie sie zum Beispiel vom Gender-Budgeting angesprochen wird, lassen zumindest hoffen. Obwohl die Diskussionen rund um den Pflegenotstand deutlich aufgezeigt haben, dass ungleiche Rollen fortbestehen und alte Denkmodelle jederzeit wieder abrufbar sind: Frauen, berufen zum Sorgen und Pflegen.

Angesichts dieser widersprüchlichen Entwicklungen stellen sich alte Fragen immer wieder neu: Wann betont linke Politik den Unterschied und wann die Gleichheit der Geschlechter?

Siehe den thematisch begleitenden Artikel: Frau gleich Mann. (Un)Gleichheit und (In)Differenz

Siehe weiterführende Online-Ressourcen:



2. Norm: Gleich UND anders

Bericht über diese Arbeitsgruppe: "Normalsein" als Norm, "Anderssein" als Recht?
Moderatoren: Oswald Kuppelwieser, Christian Zickbauer
ImpulsgeberInnen: Basma Abu-Naim, Hikmet Kayahan

Die 68er-Bewegung war eine Revolte gegen Vereinheitlichung als eindimensionalen Zwang, gegen einen paternalistischen Staat und die Unverrückbarkeit traditioneller Lebensformen. Seit damals betont linke Politik immer auch das Recht auf Verschiedenheit. Doch ist Anders-Sein ein Wert an sich? Ist Anders-Sein allein schon Programm?

Rassismus negiert die Gleichheit der Menschen; religiöser Fundamentalismus ebenso - und beide verneinen auch das Recht auf Anders-Sein. Gibt es ein gleiches Recht für alle auf Verschiedenheit oder gibt es Grenzen des Anders-Seins? Wer entscheidet, welche Verschiedenheit zu akzeptieren und welche zu sanktionieren ist, weil sie nicht "normal" ist? Die Mehrheit oder jede und jeder für sich? Gleichstellungspolitik, Anti-Diskriminierung, Kopftuchstreit - immer geht es um das Spannungsfeld von gleich und anders.

Siehe den thematisch begleitenden Artikel: Vom Regenbogen zum Kopftuch

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3. Klassen: Gleiches Stück vom Kuchen

ModeratorInnen: Susanne Frühwirth, Andreas Novy
Impulsgeberin: Barbara Teiber

Es gibt eine Fülle sich widersprechender Vorstellungen darüber, was gerecht und was gleich ist. Verteilungs-, Bedarfs-, Teilhabe- oder Leistungsgerechtigkeit? Chancen- oder Ergebnisgleichheit? Jeder nach ihren Fähigkeiten oder jeder nach ihren Bedürfnissen?

Politik muss diese unterschiedlichen Konzepte immer neu gegeneinander abwägen: Gleiche Chancen für alle oder ungleiche Unterstützung je nach Ausgangslage? Soll Politik Schiedsrichterin sein oder soll sie besonders den Benachteiligten helfen? Reicht die Gleichheit vor dem Gesetz oder gilt es, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Ungleichheit auszugleichen? Was ist eine gerechte Politik der Gleichheit?

Liberal-konservative Politik reduziert Gleichheit darauf, dass alle gleichermaßen ihres Glückes Schmied sein dürfen und legitimiert somit "natürlich" Ungleichheit. Was ist die Antwort der Linken? Welche Schritte braucht es von der formalen zur faktischen Gleichbehandlung? Geht es bei der gesellschaftlichen Verteilung von Arbeit und Einkommen um Fair-teilen, Fairness, Gerechtigkeit oder doch um Gleichheit?

Siehe den thematisch begleitenden Artikel: Ungleichheit als Ziel

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4. Politik: Gleiche Teilhabe am Entscheiden und Gestalten

Bericht über diese Arbeitsgruppe: Mitreden, Mitentscheiden, Mitgestalten
Moderatorinnen: Monika Feigl-Heihs, Angela Stoytchev
Impulsgeber: Bernhard Leubolt, Kurt Mayer

Demokratie bedeutet Volksherrschaft und damit gleiche Teilhabe aller am Entscheiden und Gestalten. Unsere repräsentative Demokratie schließt Nicht-StaatsbürgerInnen von der Teilhabe aus und trennt VertreterInnen und Wahlvolk. Das Volk als Souverän steht auf dem Papier, konkret erlebt wird die Ungleichheit im Zugang zu Entscheidungen und die Intransparenz parteipolitischer Machenschaften. Somit schrumpft auch die Legitimation von Demokratie als Rahmen für kollektive Entscheidungsprozesse.

Als Antwort auf die Entwicklung formierten sich Basisbewegungen gegen die einsamen Entscheidungen des Establishment. Dies führte zur Gründung der Grünen: Von Hainburg bis zur Anti-AKW-Bewegung wurde Politik von unten gemacht. Basisdemokratie ist ein grünalternativer Grundwert, der besagt: Was alle angeht, soll auch von allen entschieden werden. Einmischung der Vielen war die Antwort auf die Abschottung der Parteien und Sozialpartner. Sind Basisdemokratie, Teilhabe und Politik von unten zeitgemäße Formen, politische Gleichheit herzustellen?

Siehe den thematisch begleitenden Artikel: Demokratie und gleiche Teilhabe

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5. Medien: Gleich informiert? Gleich geschaltet?

Moderatoren: Alan Severa, Christan Harant
Impulsgeberin: Elisabeth Günther

Wie entsteht Meinung? Welche Information braucht es dazu? Wollen wir Meinungsfreiheit oder Meinungsgleichheit? Die Vielfalt der Medien steht im Widerspruch zur Einfalt des Angebots. Auf der einen Seite steht die liberale Forderung nach Meinungsvielfalt die von der Verfassung garantierte Pressefreiheit, auf der anderen Seite wird Information zusehends zur Ware, die sich am Markt zu behaupten hat.

Einige wenige Medienkonzerne produzieren gleich geschaltete Inhalte und unzähligen kleinen Zeitungsprojekten von mehreren Seiten wird das Wasser abgegraben. Gleichheit herrscht im Konsum des Gleichen - Ungleichheit in der Chance, unterschiedliche und widerständige Informationen bekannt zu machen. Ist die Vielfalt des Medienangebots Voraussetzung für politische Gleichheit? Was sollen öffentliche Medien wie der ORF leisten und wo braucht es alternative Medien?

Siehe den thematisch begleitenden Artikel: Vielfältig informiert statt gleich geschaltet

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6. Welt: Alle Menschen sind gleich

Bericht über diese Arbeitsgruppe: Die (un)gleiche Welt
ModeratorInnen: Heidi Cammerlander, Marco Schreuder
Impulsgeber:
Winfried Wolf

Alle Menschen sind gleich, die Welt aber ist ungleich. Menschen in Österreich sind in vielerlei Hinsicht in einer weltweit bevorzugten Position: Das betrifft das Einkommen genauso wie die Nutzung von Ressourcen und das Ausmaß an Sicherheit und Planbarkeit des eigenen Lebens.

Was bedeutet dies für Grüne und alternative Bewegungen: Ist weltweite Gleichheit ein anzustrebendes Ziel oder hört die Forderung nach Gleichheit an den Landesgrenzen auf? Was muss sich bei uns ändern und zu welchen Veränderungen sind wir bereit, um Schritte zu mehr Gleichheit zu setzen? Und welche globalen Mechanismen sind daran beteiligt, dass sich die Welt auf dem Weg zu immer größerer Ungleichheit befindet?

Siehe den thematisch begleitenden Artikel: Zu große Füße für das gleiche Recht auf Vielfalt

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